Alles hat vier Seiten...

... oder anders gesagt, man sollte immer mehrere Seiten betrachten um sich ein klares Bild der Dinge oder Umstände zu machen. Inspiriert hat mich die aktuelle Ausstellung von Peter Herrmann in unserem Kloster Unser Lieben Frauen. Hier findet ihr unter den farbenprächtigen Werken auch eine Homage an sein geliebten Hassobjekt - die Wäscheständer, mit diversen Namen wie Miststück und Miststück 2 oder Ziegen, Tassen, Beine ... bekommen die Dinge eine Möglichkeit von vielen Seiten betrachtet zu werden. "Alles hat vier Seiten und mehr...", ging mir durch den Kopf, als ich durch die Ausstellung ging. Oder anders gesagt, der Mensch sieht was vor Augen ist, nur Gott allein kennt das Herz und den Kern der Dinge. Der Mensch ist oft sehr schnell im Urteilen. Urteilen ohne alle Seiten der Dinge zu betrachten, ohne sozusagen die Metaebene zu verstehen. Gut so tiefsinnig ist meine Serie des Ford Fairlane nicht. Aber ich hatte einfach Lust diesen wunderschönen Oldtimer zu zeichnen, von allen Seiten. Ich liebe die 50ér Jahre, ihre Mode und Autos.

 

Die aktuelle Ausstellung von Peter Herrmann kann ich nur wärmstens empfehlen. Kommenden Samstag, den 28.01.2017 ist er persönlich bei der #LangenNachtDerMalerei im Kloster Unser Lieben Frauen. Meine Lieblingskinder der Kinder.Kunst.Klasse werden dort auch ihre Werke ausstellen. Ein Besuch lohnt sich definitiv.  Was bekommt ihr zu sehen? Viel Kunst, Livemusik, Kreativität im Atelier und viel mehr.

 

Die Geschichte von Peter Herrmann und seine Art zu Malen hat mich wirklich sehr bewegt und ermutigt. 

 

Der in Dresden geborene Peter Herrmann lebt heute in Berlin. Weil er die Malerei seid früheste Kindheit bewundert, nimmt er sie selber so sehr ernst. Mit einer wunderbaren Leichtigkeit schafft er es, unterschiedliche Geschehnisse, Geschichte und Gegenwärtiges auf die Leinwand zu bringen. Er ist ein Mann der frei sein will, ohne auf etwas festgelegt zu werden. Er begann mit einer kindlichen Naivität zu malen. Naivität bedeutet für Peter Herrmann nicht unbeholfen oder unbegabt, sondern malen mit einem ehrlichen, reinen Herzen, unbedarft wie ein Kind, ohne das sich brüsten zu müssen mit akademischen Abschlüssen Es bedeutet für ihn zu machen was man will. Naiv im Sinne kindlicher Freiheit. Bis heute malt er Gegenstände, Figuren, Stadtszenen und Alltagsbegebenheiten. 

 

Als aufmüpfige Dresdner 'Malerphalanx' ist er mit Strawalde (Jürgen Böttcher) und anderen Künstlern wie Peter Makolies oder dem "Grafen" in einem der ersten DEFA-Dokumentationsfilm "DREI VON VIELEN" bekannt geworden. Peter war Teil einer Gruppe von jungen Malern, die sich vom offiziellen Kunstbetrieb isolierten, um ihr Ding zu machen. Künstler wie Picasso inspirierten ihn mehr als der sozialistischer Realismus.

 

Ich sag´s euch, ein Besuch in unserem schönen Kloster lohnt sich sehr. Die Lange Nacht der Malerei ist ein must have für dieses Wochenende :-)


 

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